Die JESCO Holdings Inc. (TSE: 1434), ein 1970 gegründetes Elektro- und Telekommunikationsbauunternehmen, das unter dem Leitsatz „FOR SAFETY FOR SOCIETY" in Japan und Vietnam tätig ist, meldete konsolidierte Neunmonatszahlen für den Zeitraum vom 1. September 2025 bis zum 31. Mai 2026 nach japanischem GAAP. Der Umsatz stieg um 16,1% auf ¥14.311 Mio., der Betriebsgewinn mehr als verdoppelte sich mit einem Plus von 118,9% auf ¥1.736 Mio., der ordentliche Gewinn kletterte um 122,5% auf ¥1.754 Mio., und der den Eigentümern der Muttergesellschaft zurechenbare Nettogewinn schnellte um 212,8% auf ¥1.093 Mio. nach oben. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie betrug ¥157,35 nach ¥50,44 im Vorjahr, das Gesamtergebnis stieg um 235,4% auf ¥1.187 Mio.
Auftragseingang springt dank Speichern und Sicherheitstechnik
Der Auftragseingang der Gruppe sprang um 62,8% auf ¥17.243 Mio. und übertraf damit den Umsatz deutlich, was den Auftragsbestand erhöhte. Die Zuwächse kamen aus netzgekoppelten Batteriespeichern — großen Batterien, die an das Stromnetz oder an Erneuerbaren-Anlagen angeschlossen sind, um Strom zu laden und abzugeben — sowie aus Telekommunikationssystemen, da die Nachfrage nach erneuerbaren Energien und nach stärkerer Sicherheitsinfrastruktur anzog. In der Periode wurden mehrere große, langlaufende Projektzuschläge verbucht.
Das japanische Umfeld war gemischt. Auslandsinstabilität, steigende geopolitische Risiken und anhaltende Inflation belasteten die Binnennachfrage, doch Lohnsteigerungen, Entlastungen gegen die Inflation und Förderung von Wachstumsinvestitionen sowie bessere Beschäftigungs- und Einkommensverhältnisse hielten die Wirtschaft insgesamt fest. Im Telekommunikations- und Elektrobau nahm die Nachfrage nach Sicherheitsverstärkung im öffentlichen wie im privaten Sektor zu, begleitet von Katastrophenschutzmaßnahmen zur nationalen Resilienz und verteidigungsbezogenen Anlagenbauarbeiten.
Inländisches EPC treibt die Marge
Das inländische EPC-Segment (Engineering, Procurement, Construction) verbuchte Aufträge von ¥12.546 Mio. (+63,5%) bei einem Umsatz von ¥9.170 Mio. (+1,1%), der Segmentgewinn stieg um 70,5% auf ¥1.278 Mio. Umsätze aus Solarstrom- und Netzspeicherarbeiten verschoben sich wegen der Zeitpunkte der Netzanschlüsse zwischen den Perioden, doch Telekommunikationsinfrastruktur — zu Sicherheitszwecken installierte Überwachungskameras und Straßenausrüstung — sowie Elektroarbeiten aus Neubau- und Sanierungsnachfrage kamen stetig voran. Der Gewinn stieg kräftig dank höherer Auslastungsquoten und Fortschritten bei gut kalkulierten Projekten. Das Unternehmen begegnet Rohstoffpreisspitzen und Materialengpässen nach eigenen Angaben mit entsprechenden Vertragsklauseln und frühzeitiger Materialbeschaffung.
Die operative Marge der Gruppe weitete sich auf rund 12,1% von 6,4% im Vorjahr aus.
ASEAN-Verluste verringern sich
Das ASEAN-EPC-Segment verbuchte Aufträge von ¥535 Mio. (−33,4%) bei einem Umsatz von ¥979 Mio. (−14,3%) und wies einen Segmentverlust von ¥30 Mio. aus, deutlich weniger als die ¥188 Mio. Verlust im Vorjahr. Der Planungsbereich entwickelte sich gut, da verbesserte technische Fähigkeiten und zusätzliche Ingenieure neue Kunden gewannen; Planungs- und Kalkulationsaufträge japanischer Unternehmen blieben angesichts des japanischen Arbeitskräftemangels stabil. Der Baubereich verzichtete bewusst auf Aufträge lokaler Firmen, was den Umsatz drückte. Die Arbeiten an der Elektroausrüstung und die ICT-Bauüberwachung (Informations- und Kommunikationstechnik) für das Terminalgebäude des im Osten von Ho-Chi-Minh-Stadt im Bau befindlichen internationalen Flughafens Long Thanh kamen planmäßig voran. Die Gruppe konzentriert sich zudem auf den Einzug offener Forderungen und strebt für dieses Segment innerhalb des Mittelfristplanzeitraums die Rückkehr in die Gewinnzone an.
Immobilien nahezu verdoppelt
Das 2022 gestartete Immobiliengeschäft verzeichnete Aufträge und Umsatz von jeweils ¥4.161 Mio., beides +97,1%, sowie einen Segmentgewinn von ¥797 Mio. (+148,4%). Bei hohen Immobilienpreisen verlagert sich das Geschäft vom früheren Weiterverkaufsmodell hin zu einem Modell der „Immobilienrevitalisierung", das die Gewinnniveaus verteidigen soll. Mietvertragsverlängerungen in eigenen Gebäuden und Vollvermietung erhöhten die Erträge aus der Mietverwaltung, zudem wurden zwei zum Verkauf gehaltene Objekte veräußert. Das Unternehmen beobachtet nach eigenen Angaben die Zinsen, sieht deren Auswirkungen auf das Ergebnis derzeit aber als minimal an.
In der Bilanz stieg die Bilanzsumme auf ¥19.467 Mio. von ¥17.647 Mio. zum Geschäftsjahresende im August 2025, das Nettovermögen erhöhte sich auf ¥8.496 Mio. von ¥7.561 Mio. Das Eigenkapital lag bei ¥8.397 Mio. nach ¥7.475 Mio., womit die Eigenkapitalquote auf 43,1% von 42,4% stieg.
Prognose praktisch schon erreicht
JESCO beließ die Jahresprognose für das FY8/2026 unverändert bei einem Umsatz von ¥20.000 Mio. (+4,9%), einem Betriebsgewinn von ¥1.800 Mio. (+4,5%), einem ordentlichen Gewinn von ¥1.750 Mio. (+3,4%) und einem Nettogewinn von ¥1.100 Mio. (+2,2%) bei einem EPS von ¥158,57. Angesichts der Neunmonatszahlen wirkt der Plan damit konservativ: Der Nettogewinn von ¥1.093 Mio. entspricht bereits rund 99% des Jahresziels, und der Neunmonats-Betriebsgewinn von ¥1.736 Mio. macht etwa 96% des Ziels von ¥1.800 Mio. aus — bei noch einem ausstehenden Quartal.
Dividende angehoben
Das Unternehmen beließ seine Dividendenprognose für das FY8/2026 bei ¥0,00 Zwischendividende und ¥48,00 Schlussdividende, also ¥48,00 im Jahr — ein Plus von 20% gegenüber den ¥40,00 für das FY8/2025, die ebenfalls vollständig zum Jahresende gezahlt wurden. Ausgegeben sind 6.975.400 Aktien, davon 16.880 eigene Aktien, bei durchschnittlich 6.946.613 ausstehenden Aktien in der Periode.
Mittelfristplan: „JESCO VISION 2035"
Der aktuelle Dreijahresplan, veröffentlicht im August 2025 und den Zeitraum FY8/2026 bis FY8/2028 abdeckend, ist als „JESCO VISION 2035" gefasst — ein Zehnjahresanspruch, „ein gutes Unternehmen zu sein, das gemeinsam mit den Stakeholdern die Zukunft gestaltet". Unter dem Motto „Challenge & Innovation" strebt er einen kräftigen Anstieg von Umsatz und Betriebsgewinn sowie eine dauerhaft hohe Eigenkapitalrendite an, über vier Ziele: Wachstum rund um das inländische EPC-Geschäft; eine stärkere Managementbasis durch Personal- und DX-Strategie zur Steigerung der Leistungsfähigkeit auf der Baustelle; eine dauerhaft hohe ROE durch Unternehmensführung mit Blick auf Kapitalkosten und Aktienkurs; sowie ESG-Fortschritte, damit das Unternehmen nachhaltig gemeinsam mit der Gesellschaft wächst.
Strukturell verschiebt sich der Markt für erneuerbare Energien. Eine ab dem Fiskaljahr 2026 geltende Pflicht für Betreiber mit fossil-intensiven Anlagen, Ziele für die Aufdach-Solarnutzung bis zum Fiskaljahr 2030 festzulegen, verlagert zusammen mit gestiegenem Umweltbewusstsein die Nachfrage von Mega-Solar hin zu Aufdachanlagen für den Eigenverbrauch, während Investitionen in netzgekoppelte Batteriespeicher zunehmen, da mit den erneuerbaren Energien auch die Abregelung wächst. Angesichts des Ingenieurmangels werden Auftragnehmer bevorzugt, die Planung bis Bau aus einer Hand abwickeln können. JESCO verweist auf eine Hauptauftragnehmerstruktur von Planung, Entwurf, Bau und Wartung, auf Kundenvertrauen aus einer langen Projekthistorie sowie auf eine Offshore-Planungsstruktur bei den vietnamesischen Konzerngesellschaften, die Tempo und Kostenwettbewerbsfähigkeit bringt. Zudem erhöht es die Leistungsfähigkeit auf der Baustelle durch interne Qualifizierungsschulungen und setzt generative KI für das Front-Loading im Bau — das Vorziehen von Arbeiten im Projektzyklus — sowie für die Reform von Verwaltungsprozessen ein.
| Kennzahl | 9M FY8/26 | 9M FY8/25 | Veränderung ggü. Vorjahr |
|---|---|---|---|
| Auftragseingang (¥ Mio.) | 17.243 | 10.590 | +62,8% |
| Umsatz (¥ Mio.) | 14.311 | 12.324 | +16,1% |
| Betriebsgewinn (¥ Mio.) | 1.736 | 793 | +118,9% |
| Ordentlicher Gewinn (¥ Mio.) | 1.754 | 788 | +122,5% |
| Den Eigentümern zurechenbarer Nettogewinn (¥ Mio.) | 1.093 | 349 | +212,8% |
| Unverwässertes EPS (¥) | 157,35 | 50,44 | +212,0% |
| Gesamtergebnis (¥ Mio.) | 1.187 | 354 | +235,4% |
| Eigenkapitalquote (%) | 43,1 | 42,4 | +0,7 Pp. |
| Jahresdividendenprognose (¥) | 48,00 | 40,00 | +20,0% |
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