Die Capcom Co., Ltd. (TSE: 9697), der in Osaka ansässige Publisher hinter Resident Evil, Monster Hunter und Street Fighter, meldete konsolidierte Ergebnisse für das erste Quartal des im März 2027 endenden Geschäftsjahres — die drei Monate bis zum 30. Juni 2026 — nach japanischem GAAP. Der Umsatz stieg um 54,7% auf ¥70.410 Mio., der Betriebsgewinn kletterte um 66,9% auf ¥41.054 Mio., der ordentliche Gewinn sprang um 81,1% auf ¥41.452 Mio., und der den Eigentümern der Muttergesellschaft zurechenbare Nettogewinn legte um 69,2% auf ¥29.159 Mio. zu. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie betrug ¥69,71 nach ¥41,21, das Gesamtergebnis stieg um 78,9% auf ¥29.694 Mio.
Das Ausmaß der Übertreffung zeigt sich am deutlichsten in der Marge: Der Betriebsgewinn entsprach 58,3% des Umsatzes, nach 54,1% im Vorjahr — ein ungewöhnlich hohes Niveau selbst für einen Software-Publisher, der den Großteil seines Katalogs auf digitalen Vertrieb umgestellt hat.
Neue IP startet, Katalog verzinst sich weiter
Das Kerngeschäft Digital Contents verkaufte im Quartal 256 Titel in 236 Länder und Regionen und setzte 23,81 Mio. Einheiten ab, nach 14,16 Mio. im Vorjahr. Haupttreiber war «Pragmata», ein vollständig neues Science-Fiction-Action-Adventure, das im April für PlayStation 5, Xbox Series X|S, PC und Nintendo Switch 2 erschien. Eine aggressive Promotion rund um den Start gewann neue Spielergruppen, und das Spiel überschritt weltweit 2,5 Mio. Einheiten. Im Juni brachte das Unternehmen zudem «Devil May Cry 5 Devil Hunter Edition» auf die Nintendo Switch 2 und baute damit seine Multiplattform-Reichweite aus.
Der Katalogverkauf leistete mindestens ebenso viel. «Resident Evil Requiem», im Februar des Vorjahres erschienen, verkaufte sich mit Unterstützung einer offensiven Preispolitik weiterhin global und erreichte 8 Mio. kumulierte Einheiten, während ältere Teile wie «Resident Evil RE:4» und «Resident Evil RE:2» weiter zulegten. «Devil May Cry 5» aus dem Jahr 2019 überschritt dank Verfügbarkeit auf neuen Konsolen und Verknüpfungen mit der Verfilmung 14 Mio. kumulierte Einheiten, und Capcom kündigte «Monster Hunter Wilds: Ascendance», eine große Erweiterung des 2025er Titels, für 2027 an. Allein auf Repeat-Titel entfielen 21,26 Mio. Einheiten nach 13,36 Mio. Der Umsatz von Digital Contents stieg um 83,0% auf ¥54.648 Mio., der Segment-Betriebsgewinn um 87,5% auf ¥37.597 Mio.
Spielstätten wachsen, Pachislot kühlt ab
Das Segment Amusement Facilities steigerte den Umsatz um 20,6% auf ¥6.762 Mio. dank solidem Betrieb bestehender Standorte und Eröffnungen in neuen Formaten, während der Segment-Betriebsgewinn um 4,4% auf ¥899 Mio. nachgab; ein im April in Saitama eröffneter Laden für Charakterartikel und Kapselspielzeug erhöhte das Netz auf 62 Standorte. Das Segment Amusement Equipment entwickelte sich gegenläufig: Der Umsatz fiel um 9,1% auf ¥7.097 Mio. und der Betriebsgewinn um 17,6% auf ¥4.045 Mio.; vom Smart-Pachislot-Gerät «Resident Evil RE:3» wurden ab Mai 17.000 Einheiten ausgeliefert. Das Segment Sonstiges — Film, E-Sport und Charakterlizenzen, darunter die zweite Staffel des Netflix-Animes «Devil May Cry» ab Mai sowie die Turnierserie CAPCOM Pro Tour 2026 — erzielte einen Umsatz von ¥1.902 Mio., ein Minus von 14,6%.
Bilanz wird noch solider
Die Bilanzsumme stieg leicht auf ¥341.312 Mio. von ¥339.307 Mio. zum März-Jahresende, das Eigenkapital erhöhte sich auf ¥286.924 Mio. von ¥267.716 Mio. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich deutlich auf 83,9% von 78,8% und lässt die Bilanz nahezu schuldenfrei erscheinen. Die Zahl der ausgegebenen Aktien betrug 533.011.246, davon 114.690.695 eigene Aktien; die durchschnittliche Aktienzahl im Quartal lag bei 418.316.649.
Prognose unangetastet — das Quartal, auf das es ankommt
Das Auffälligste an der Meldung ist, was sich nicht geändert hat. Capcom bestätigte die Jahresprognose für das FY3/2027 mit einem Umsatz von ¥210.000 Mio. (+7,5%), einem Betriebsgewinn von ¥83.000 Mio. (+10,2%), einem ordentlichen Gewinn von ¥83.000 Mio. (+12,0%) und einem Nettogewinn von ¥58.000 Mio. (+6,3%) bei einem Ergebnis je Aktie von ¥138,65. Gemessen daran lieferte allein das erste Quartal rund 49% des geplanten Jahres-Betriebsgewinns und etwa 50% des Nettogewinnplans — eine Vorziehung, die den April-Start von «Pragmata» und den preisgetriebenen Katalogschub widerspiegelt, die Prognose aber konservativ erscheinen lässt, sofern die verbleibenden neun Monate nicht ungewöhnlich ruhig verlaufen. Auch die Dividendenprognose blieb bei ¥46,00 (¥23,00 Zwischen- plus ¥23,00 Schlussdividende) nach ¥45,00 für das FY3/2026.
Konzernprioritäten im Quartal waren die weitere Stärkung des digitalen Vertriebs weltweit, Wachstumsinvestitionen in den Einsatz von KI, die eigene Spiel-Engine sowie weitere Spitzenforschung und Entwicklungsumgebungen, und anhaltende Ausgaben für Personalgewinnung, Weiterbildung und Arbeitsumgebung.
| Kennzahl | Q1 FY3/2027 | Q1 FY3/2026 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Umsatz (Mrd. ¥) | 70,41 | 45,50 | +54,7% |
| Betriebsgewinn (Mrd. ¥) | 41,05 | 24,60 | +66,9% |
| Ordentlicher Gewinn (Mrd. ¥) | 41,45 | 22,88 | +81,1% |
| Nettogewinn (Eigentümer, Mrd. ¥) | 29,16 | 17,24 | +69,2% |
| Unverwässertes EPS (¥) | 69,71 | 41,21 | +69,2% |
| Operative Marge (%) | 58,3 | 54,1 | +4,2 Pp. |
| Verkaufte Spieleinheiten (Mio.) | 23,81 | 14,16 | +68,2% |
| Eigenkapitalquote (%) | 83,9 | 78,8 | +5,1 Pp. |
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