Der Umsatz wuchs um 14,9%, die Ausgaben wuchsen schneller
ReproCELL Incorporated (TSE: 4978), das auf Basis der Technologie induzierter pluripotenter Stammzellen (iPS-Zellen) Forschungsreagenzien, Zellen und Auftragsdienstleistungen verkauft und Produkte der regenerativen Medizin entwickelt, veröffentlichte am 13. August 2026 den Konzernabschluss für das erste Quartal des im März 2027 endenden Geschäftsjahres – die drei Monate vom 1. April bis 30. Juni 2026 – nach japanischen Rechnungslegungsstandards (J-GAAP). Der Umsatz stieg um 14,9% auf 546 Mio. Yen. Der operative Verlust betrug 310 Mio. Yen nach 291 Mio. Yen im Vorjahr, während sich der ordentliche Verlust auf 149 Mio. Yen von 301 Mio. Yen und der den Anteilseignern des Mutterunternehmens zurechenbare Verlust auf 149 Mio. Yen von 304 Mio. Yen verringerte; der Verlust je Aktie lag bei 1,56 Yen nach 3,21 Yen. Die Aktien des Unternehmens sind an der Tokioter Börse notiert.
Die Umsatzlinie bewegte sich in zwei Richtungen. Die Produktverkäufe stiegen um 29,3% auf 366,0 Mio. Yen, die Dienstleistungserlöse sanken um 6,2% auf 180,7 Mio. Yen. Die Herstellungskosten nahmen nur um 7,2% auf 301,6 Mio. Yen zu, sodass der Rohertrag um 26,0% auf 245 Mio. Yen stieg und sich die Bruttomarge von 40,9% auf 44,8% weitete. Das reichte nicht, um die Kosten zu decken. Die Vertriebs- und Verwaltungskosten stiegen um 14,5% auf 556 Mio. Yen, ein Plus von 70,5 Mio. Yen gegenüber einem Rohertragszuwachs von 50,6 Mio. Yen, und der größte Teil davon entfiel auf die Forschung: Der F&E-Aufwand kletterte um 27,8% auf 207 Mio. Yen, ein Anstieg um 45,2 Mio. Yen, während die übrigen Vertriebs- und Verwaltungskosten um 7,8% auf 348,5 Mio. Yen zunahmen. Der operative Verlust weitete sich daher um 19,9 Mio. Yen aus.
Zuschüsse und Wechselkurse, nicht das Geschäft, halbierten den Nettoverlust
Die Verbesserung unterhalb des operativen Ergebnisses kam aus den nicht-operativen Erträgen, die auf 162,8 Mio. Yen von 17,3 Mio. Yen stiegen. Sie umfassten 89,7 Mio. Yen Zuschusserträge, die es im Vorjahr nicht gab, einen Währungsgewinn von 47,5 Mio. Yen nach einem Währungsverlust von 4,1 Mio. Yen sowie Zinserträge von 25,4 Mio. Yen nach 16,9 Mio. Yen. Wofür der Zuschuss gewährt wurde, geht aus dem Bericht nicht hervor. Die nicht-operativen Aufwendungen sanken auf 0,8 Mio. Yen von 28,1 Mio. Yen, vor allem weil der Vorjahresverlust von 23,5 Mio. Yen aus at-equity bewerteten Beteiligungen entfiel. Außerordentliche Posten gab es nicht, die Ertragsteuern beliefen sich auf 0,5 Mio. Yen, sodass der ordentliche Verlust von 149 Mio. Yen nahezu unverändert beim Periodenergebnis ankam. Das Gesamtergebnis war ein Verlust von 150 Mio. Yen nach 325 Mio. Yen.
Forschungsunterstützung schreibt schwarze Zahlen, Medizin bleibt im Minus
Forschungsunterstützung, die Universitäten, öffentliche Forschungseinrichtungen und Pharmaunternehmen mit Forschungsreagenzien, Zellen, der Herstellung von iPS-Zellen und weiteren Auftragsleistungen beliefert und Laborgeräte von Drittherstellern vertreibt, erzielte einen Umsatz von 483 Mio. Yen, ein Plus von 10,3%, und ein Segmentergebnis von 20 Mio. Yen nach einem Verlust von 26 Mio. Yen. Nach Kundenstandort stiegen die Verkäufe des Segments in den USA auf 250,1 Mio. Yen von 210,4 Mio. Yen, in Japan auf 66,8 Mio. Yen von 55,2 Mio. Yen und in Indien auf 23,8 Mio. Yen von 15,5 Mio. Yen, während sie im Vereinigten Königreich auf 142,8 Mio. Yen von 157,4 Mio. Yen zurückgingen. Der Bericht führt das Wachstum nicht auf bestimmte Produkte zurück.
Medizin – Entwicklung regenerativer Medizinprodukte, Auftragsfertigung von iPS-Zellprodukten und klinische Labordienstleistungen – steigerte den Umsatz um 69,2% auf 63 Mio. Yen, vollständig in Japan, und verringerte den Segmentverlust auf 13 Mio. Yen von 58 Mio. Yen. Die nicht zugeordneten Konzernkosten, vor allem allgemeine Verwaltung, sanken auf 156 Mio. Yen von 217 Mio. Yen. Die Segmentergebnisse werden auf den ordentlichen Verlust übergeleitet: Beide Segmente erwirtschafteten zusammen 7 Mio. Yen, die Konzernkosten führten zum ordentlichen Verlust von 149 Mio. Yen.
Zulassungsantrag für Stemchymal
Am 24. Juni 2026 beantragte das Unternehmen in Japan die Herstellungs- und Vertriebszulassung für Stemchymal, ein von der taiwanischen Steminent Biotherapeutics Inc. entwickeltes Produkt aus mesenchymalen Stammzellen aus Fettgewebe, zur Hemmung des Fortschreitens der Ataxie bei spinozerebellärer Degeneration (Typen SCA3 und SCA6). ReproCELL hält für diese Indikation eine exklusive kommerzielle Lizenz in Japan. Das Produkt unterliegt einer vorrangigen Prüfung, die eine Entscheidung innerhalb von neun Monaten nach Annahme des Antrags anstrebt; nach der Zulassung soll Steminent es herstellen und ReproCELL es in Japan vertreiben und ausliefern. Am 18. Juni beantragte das Unternehmen bei der Präfektur Kanagawa die Vertriebserlaubnis, die es als Zulassungsinhaber des Produkts benötigt. In der übrigen Pipeline bereitet das Unternehmen laut Bericht klinische Studien mit iPS-abgeleiteten neuralen Gliazellen bei amyotropher Lateralsklerose (ALS) und mit einer GPC-1-CAR-T-Therapie bei Speiseröhrenkrebs vor, daneben arbeitet es an der Therapie mit tumorinfiltrierenden Lymphozyten (TIL).
Bilanz: neues Eigenkapital, Umschichtung von Barmitteln in Wertpapiere
Die Bilanzsumme betrug zum 30. Juni 2026 9.800 Mio. Yen nach 9.652 Mio. Yen zum 31. März. Das Umlaufvermögen sank um 810 Mio. Yen auf 6.518 Mio. Yen, vor allem weil Kassenbestand und Bankguthaben um 608 Mio. Yen auf 1.995 Mio. Yen und die kurzfristigen Wertpapiere um 284 Mio. Yen auf 3.619 Mio. Yen zurückgingen, während das Anlagevermögen um 958 Mio. Yen auf 3.281 Mio. Yen stieg, da die Wertpapiere des Anlagevermögens um 980 Mio. Yen auf 2.894 Mio. Yen zunahmen. Die Verbindlichkeiten beliefen sich auf 727 Mio. Yen. Das Nettovermögen stieg um 225 Mio. Yen auf 9.072 Mio. Yen, die Eigenkapitalquote lag bei 92,5% nach 91,7%.
Der Anstieg des Nettovermögens stammt aus einer Kapitalerhöhung durch Zuteilung neuer Aktien an CVI Investments, Inc., eingezahlt am 11. Juni 2026, die Grundkapital und Kapitalrücklage um je 186 Mio. Yen erhöhte; die ausgegebenen Aktien stiegen von 95.147.891 auf 98.079.891. Der Quartalsverlust vergrößerte den Bilanzverlust um 149 Mio. Yen. Eine Quartals-Kapitalflussrechnung wurde nicht erstellt; die Abschreibungen betrugen 20,2 Mio. Yen nach 15,9 Mio. Yen.
Zweite Kapitaltranche, Hinweis zur Unternehmensfortführung und unveränderte Prognose
Nach Quartalsende beschloss der Vorstand am 1. Juli 2026 die zweite Emission im Rahmen eines mit CVI Investments, Inc. – einem von Heights Capital Management, Inc. verwalteten Fonds – vereinbarten Kapitalprogramms: 2.932.000 neue Aktien zu 112 Yen für 328.384.000 Yen mit Einzahlungstag 16. Juli 2026 sowie 29.320 Bezugsrechte (18. Serie, je 100 Aktien), ausgegeben zu 113 Yen je Recht, mit einem Ausübungspreis von 149 Yen und ausübbar vom 17. Juli 2026 bis 16. Juli 2030. Die geplante Verwendung der Gesamterlöse: 300 Mio. Yen für Studien- und Zulassungsvorbereitungskosten des TIL-Therapieprojekts, 295 Mio. Yen für Forschung und Studienvorbereitung der GPC-1-CAR-T-Therapie und 165 Mio. Yen als Betriebskapital, insgesamt 760 Mio. Yen.
Der Bericht legt zudem offen, dass Ereignisse oder Umstände bestehen, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können, weil Forschungs-, Entwicklungs- und Studienkosten für iPS-Zell- und regenerative Medizinprodukte den Erlösen vorauslaufen und weiterhin operative Verluste anfallen. Im selben Abschnitt bezeichnet es seine Finanzbasis als stabil, verweist auf Kassenbestand und Bankguthaben von 1.995 Mio. Yen sowie kurzfristige Wertpapiere von 3.619 Mio. Yen und strebt an, möglichst bald die Gewinnschwelle zu erreichen; der Quartalsabschluss selbst enthält keinen Anhangshinweis zur Unternehmensfortführung.
Die am 14. Mai 2026 veröffentlichte Jahresprognose blieb unverändert: Umsatz von 2.629 Mio. Yen, ein Plus von 17,7%, ein operativer Verlust von 630 Mio. Yen, ein ordentlicher Verlust und ein Nettoverlust von je 458 Mio. Yen sowie ein Verlust je Aktie von 4,68 Yen, der die Juni-Zuteilung berücksichtigt. Der Umsatz des ersten Quartals entspricht 20,8% des Jahresziels. Für das im März 2026 beendete Geschäftsjahr zahlte das Unternehmen keine Dividende und plant auch für das laufende Jahr keine.
| Kennzahl | Q1 GJ3/2027 | Q1 GJ3/2026 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Umsatz (Mio. ¥) | 546 | 475 | +14,9 % |
| Rohertrag (Mio. ¥) | 245 | 194 | +26,0 % |
| Rohmarge | 44,8 % | 40,9 % | +3,9 pp |
| Vertriebs- und Verwaltungskosten (Mio. ¥) | 556 | 485 | +14,5 % |
| F&E-Aufwand (Mio. ¥) | 207 | 162 | +27,8 % |
| Betriebsergebnis (Mio. ¥) | −310 | −291 | Verlust ausgeweitet |
| Ordentliches Ergebnis (Mio. ¥) | −149 | −301 | Verlust verringert |
| Konzernergebnis (Anteil der Muttergesellschaft) (Mio. ¥) | −149 | −304 | Verlust verringert |
| Ergebnis je Aktie (¥) | −1,56 | −3,21 | Verlust verringert |
| Forschungsunterstützung — Umsatz (Mio. ¥) | 483 | 438 | +10,3 % |
| Forschungsunterstützung — Segmentergebnis (Mio. ¥) | 20 | −26 | von Verlust zu Gewinn |
| Medizin — Umsatz (Mio. ¥) | 63 | 37 | +69,2 % |
| Medizin — Segmentergebnis (Mio. ¥) | −13 | −58 | Verlust verringert |
| Kassenbestand und Bankguthaben (Mio. ¥) | 1.995 | 2.603 | −23,4 % |
| Wertpapiere (kurzfristig) (Mio. ¥) | 3.619 | 3.904 | −7,3 % |
| Wertpapiere des Anlagevermögens (Mio. ¥) | 2.894 | 1.914 | +51,2 % |
| Bilanzsumme (Mio. ¥) | 9.800 | 9.652 | +1,5 % |
| Nettovermögen (Mio. ¥) | 9.072 | 8.846 | +2,6 % |
| Eigenkapitalquote | 92,5 % | 91,7 % | +0,8 pp |
| Prognose GJ3/2027 — Umsatz (Mio. ¥) | 2.629 | — | +17,7 % |
| Prognose GJ3/2027 — Betriebsergebnis (Mio. ¥) | −630 | — | n.a. |
| Prognose GJ3/2027 — ordentliches Ergebnis (Mio. ¥) | −458 | — | n.a. |
| Prognose GJ3/2027 — Periodenergebnis (Mio. ¥) | −458 | — | n.a. |
| Prognose GJ3/2027 — Ergebnis je Aktie (¥) | −4,68 | — | n.a. |
| Jahresdividende je Aktie (¥) | 0,00 | 0,00 | unverändert |
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