Advance Create senkt den operativen Neunmonatsverlust auf 271 Mio. Yen, doch das Eigenkapital wird negativ

Der Umsatz stieg in den neun Monaten bis Juni um 0,4% auf 4.855 Mio. Yen, und ein kräftiger Abbau der Vertriebs- und Verwaltungskosten verringerte den operativen Verlust auf 271 Mio. Yen nach 699 Mio. Yen. Der Nettoverlust schrumpfte auf 768 Mio. Yen nach 1.405 Mio. Yen, drückte das Nettovermögen aber dennoch auf minus 276 Mio. Yen, und das Unternehmen führt weiterhin einen Going-Concern-Hinweis.

Ergebnisübersicht Q3 GJ9/2026 der Advance Create Co., Ltd.

Stagnierender Umsatz, kleinerer Verlust

Die Advance Create Co., Ltd. (TSE: 8798), ein Versicherungsvermittler, der zudem Software für die Versicherungsbranche, Medien, Medienvermarktung und Rückversicherung betreibt und in Tokio, Sapporo und Fukuoka notiert ist, hat am 18. September 2026 ihre Konzernzahlen für die neun Monate vom 1. Oktober 2025 bis 30. Juni 2026 nach japanischer Rechnungslegung veröffentlicht. Der Umsatz stieg um 0,4% auf 4.855 Mio. Yen. Der operative Verlust verringerte sich auf 271 Mio. Yen nach 699 Mio. Yen, der ordentliche Verlust auf 340 Mio. Yen nach 859 Mio. Yen und der den Eigentümern des Mutterunternehmens zurechenbare Nettoverlust auf 768 Mio. Yen nach 1.405 Mio. Yen. Der Verlust je Aktie betrug 10,30 Yen nach 62,70 Yen.

Die Verbesserung kam von den Kosten, nicht vom Umsatz. Die Umsatzkosten stiegen um 13,4% auf 1.243 Mio. Yen, sodass der Rohertrag um 3,4% auf 3.612 Mio. Yen sank und die Rohmarge von 77,3% auf 74,4% zurückging. Die Vertriebs- und Verwaltungskosten wurden dagegen um 12,5% auf 3.884 Mio. Yen gesenkt, 554 Mio. Yen weniger als ein Jahr zuvor – mehr als die Verringerung des operativen Verlusts um 427 Mio. Yen. Unterhalb des operativen Ergebnisses fielen die nicht operativen Aufwendungen von 200 Mio. Yen auf 131 Mio. Yen, weil die gezahlten Gebühren von 98 Mio. Yen auf 15 Mio. Yen sanken, obwohl der Zinsaufwand von 63 Mio. Yen auf 83 Mio. Yen und die Abschreibung von Aktienemissionskosten auf 27 Mio. Yen stiegen.

Außerordentliche Posten belasteten weiterhin stark. Das Unternehmen verbuchte 111 Mio. Yen außerordentliche Erträge, vor allem 70 Mio. Yen erhaltene Entschädigungen und eine Auflösung von Rückbauverpflichtungen über 41 Mio. Yen, denen 533 Mio. Yen außerordentliche Verluste gegenüberstanden: 274 Mio. Yen Kosten für Sonderuntersuchungen, eine Wertminderung von 205 Mio. Yen im Segment Versicherungsvermittlung wegen gesunkener Ertragskraft, 23 Mio. Yen Zuführung zur Rückstellung für Verluste aus Bürgschaften und 22 Mio. Yen für die Kündigung eines Mietvertrags. Der Verlust vor Steuern betrug 762 Mio. Yen nach 1.368 Mio. Yen. Der Bericht führt den geringeren Nettoverlust teilweise auf niedrigere Wertminderungen zurück, obwohl die eigene Gewinn- und Verlustrechnung Wertminderungen von 205 Mio. Yen gegenüber 185 Mio. Yen im Vorjahr ausweist.

Segmente: die Vermittlung verliert weniger, Medien schrumpfen

Im Segment Versicherungsvermittlung, das 148 Mio. Yen Umsatz mit anderen Segmenten enthält, sank der Umsatz um 2,6% auf 3.425 Mio. Yen, weil die Zahl der Termine stagnierte und weniger Neuberatungen folgten; Lebensversicherungen steuerten 3.070 Mio. Yen bei, Sachversicherungen 354 Mio. Yen. Niedrigere Vertriebs- und Verwaltungskosten verringerten den Segmentverlust auf 336 Mio. Yen nach 974 Mio. Yen. Im Segment ASP kam der Neuverkauf der gemeinsamen Plattform für die Versicherungsbranche an Mehrfachagenturen kaum voran: Der Umsatz fiel um 1,4% auf 221 Mio. Yen, das Segmentergebnis um 13,3% auf 75 Mio. Yen.

Medien, aufgebaut um die Versicherungsvergleichsseite des Unternehmens, litt unter schwachen Anzeigenbuchungen: Der Umsatz brach um 71,4% auf 198 Mio. Yen ein, das Ergebnis um 83,7% auf 21 Mio. Yen. Die Medienvermarktung entwickelte sich gegenläufig: Solide Aufträge ließen den Umsatz um 137,2% auf 868 Mio. Yen steigen, höhere Fremdleistungskosten weiteten den Verlust jedoch von 26 Mio. Yen auf 85 Mio. Yen aus. In der Rückversicherung stieg der Umsatz dank stabiler Volumina um 3,1% auf 789 Mio. Yen, während höhere Rückversicherungsleistungen das Ergebnis um 25,6% auf 35 Mio. Yen drückten. Umsätze zwischen den Segmenten von 646 Mio. Yen werden in der Konsolidierung eliminiert.

Das Eigenkapital wird negativ

Die Bilanzsumme sank gegenüber dem 30. September 2025 um 2.029 Mio. Yen auf 8.183 Mio. Yen. Kassenbestand und Bankguthaben gingen um 2.870 Mio. Yen auf 2.468 Mio. Yen zurück, während die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 379 Mio. Yen stiegen und auf der Aktivseite ein Ausgleichsposten für Forderungsverbriefungen von 761 Mio. Yen erschien. Die Verbindlichkeiten fielen um 1.303 Mio. Yen auf 8.459 Mio. Yen, vor allem weil der passivseitige Ausgleichsposten für Verbriefungen von 1.152 Mio. Yen aufgelöst wurde; die kurzfristigen Darlehen lagen bei 4.688 Mio. Yen. Der Nettoverlust drückte das Nettovermögen um 726 Mio. Yen auf minus 276 Mio. Yen, sodass der Konzern nun bilanziell überschuldet ist, mit einer Eigenkapitalquote von −3,4% nach 4,4% zum Geschäftsjahresende. Eine Kapitalflussrechnung wurde für den Zeitraum nicht erstellt; die Abschreibungen betrugen 48 Mio. Yen.

Going-Concern-Hinweis und Korrektur früherer Abschlüsse

Das Unternehmen weist erneut auf eine wesentliche Unsicherheit hinsichtlich der Fortführung der Unternehmenstätigkeit hin. Es hatte bis zum GJ9/2025 vier Jahre in Folge operative, ordentliche und Nettoverluste ausgewiesen – im GJ9/2025 einen operativen Verlust von 286 Mio. Yen und einen Nettoverlust von 1.183 Mio. Yen – sowie drei Jahre in Folge einen negativen operativen Cashflow. Hinzu kommen nun ein negatives Nettovermögen und Verstöße gegen Finanzkennzahlen-Klauseln in Verbriefungsverträgen mit einigen Kreditgebern. Diese Verträge sehen keine vorzeitige Fälligstellung vor, erlauben den Kreditgebern aber, den Rückkauf verbriefter Forderungen zu verlangen; nach Angaben des Unternehmens stimmten die Kreditgeber im Dezember 2025 einem Verzicht auf dieses Recht zu, nachdem es im November 2025 die aus der Korrektur seiner Vermittlungsprovisionserlöse entstandene Differenz zurückgezahlt hatte. Als Gegenmaßnahmen nennt es besseres Marketing zur Terminakquise, höhere Vertriebsproduktivität und niedrigere Fixkosten. Auch der Prüfbericht des Abschlussprüfers weist auf die Unsicherheit hin, ohne sein Ergebnis einzuschränken.

Laut dem Hinweis zu Ereignissen nach dem Stichtag legte ein unabhängiger Untersuchungsausschuss, der mutmaßlich unsachgemäße Bilanzierungen bei einigen früheren Werbegeschäften und bei der Aktivierung von Software im Unternehmen und in seiner hundertprozentigen Werbeagentur-Tochter prüfte, am 31. Juli 2026 seinen Bericht vor, und die Abschlüsse früherer Jahre wurden korrigiert. Im dritten Quartal wurden 278 Mio. Yen Untersuchungs- und Korrekturkosten als außerordentlicher Verlust gebucht; im Jahresabschluss erwartet das Unternehmen rund 250 Mio. Yen zusätzlich. Die Korrektur verletzt zudem formal Zusicherungen zur Richtigkeit der Abschlüsse in einigen Darlehensverträgen – eine Auswirkung, die das Unternehmen als begrenzt bezeichnet.

Prognose angepasst, Dividende offen

Am Tag dieser Zahlen änderte das Unternehmen die am 14. November 2025 veröffentlichte Jahresprognose für das GJ9/2026; der Bericht nennt nur die neuen Werte und verweist für Einzelheiten auf eine gesonderte Mitteilung. Erwartet werden nun ein Umsatz von 7.154 Mio. Yen (+3,4%), ein operativer Gewinn von 423 Mio. Yen, ein ordentlicher Gewinn von 319 Mio. Yen und ein Nettoverlust von 391 Mio. Yen bzw. 5,23 Yen je Aktie. Um diesen operativen Gewinn nach einem Neunmonatsverlust von 271 Mio. Yen zu erreichen, wären allein im vierten Quartal rund 694 Mio. Yen nötig; eine Aufteilung nach Quartalen enthält der Bericht nicht. Eine Zwischendividende wurde nicht gezahlt, die Schlussdividende ist noch offen, nach null im GJ9/2025. Die Zahl der ausgegebenen Stammaktien stieg von 32.468.200 auf 37.468.200, während von den am 5. September 2025 ausgegebenen 37.186.700 Aktien der Klasse A noch 32.186.700 ausstehen; die für die Je-Aktie-Werte verwendete durchschnittliche Aktienzahl betrug 74.627.006 nach 22.407.959, weshalb der Verlust je Aktie weit stärker sank als der Nettoverlust.

Advance Create Co., Ltd. — erste neun Monate des GJ9/2026 (1. Oktober 2025 – 30. Juni 2026), japanische Rechnungslegung, konsolidiert. Bilanzzeilen vergleichen den 30. Juni 2026 mit dem 30. September 2025; Prognose- und Dividendenzeilen betreffen das Gesamtjahr GJ9/2026 gegenüber GJ9/2025. „—" bedeutet nicht veröffentlicht.
Kennzahl9M GJ9/20269M GJ9/2025Veränderung
Umsatz (Mio. ¥)4.8554.836+0,4 %
Rohertrag (Mio. ¥)3.6123.739−3,4 %
Vertriebs- und Verwaltungskosten (Mio. ¥)3.8844.438−12,5 %
Betriebsergebnis (Mio. ¥)−271−699Verlust verringert
Ordentliches Ergebnis (Mio. ¥)−340−859Verlust verringert
Außerordentliche Erträge (Mio. ¥)1110neu
Außerordentliche Verluste (Mio. ¥)533508+4,9 %
Konzernergebnis (Anteil der Muttergesellschaft) (Mio. ¥)−768−1.405Verlust verringert
Ergebnis je Aktie (¥)−10,30−62,70Verlust verringert
Versicherungsvermittlung — Umsatz (Mio. ¥)3.4253.515−2,6 %
Versicherungsvermittlung — Segmentergebnis (Mio. ¥)−336−974Verlust verringert
ASP — Umsatz (Mio. ¥)221224−1,4 %
ASP — Segmentergebnis (Mio. ¥)7587−13,3 %
Medien — Umsatz (Mio. ¥)198693−71,4 %
Medien — Segmentergebnis (Mio. ¥)21134−83,7 %
Medienvermarktung — Umsatz (Mio. ¥)868365+137,2 %
Medienvermarktung — Segmentergebnis (Mio. ¥)−85−26Verlust ausgeweitet
Rückversicherung — Umsatz (Mio. ¥)789765+3,1 %
Rückversicherung — Segmentergebnis (Mio. ¥)3547−25,6 %
Bilanzsumme (Mio. ¥)8.18310.213−19,9 %
Nettovermögen (Mio. ¥)−276449n.a.
Eigenkapitalquote−3,4 %4,4 %−7,8 pp
Kassenbestand und Bankguthaben (Mio. ¥)2.4685.339−53,8 %
Kurzfristige Darlehen (Mio. ¥)4.6884.638+1,1 %
Prognose GJ9/2026 — Umsatz (Mio. ¥)7.154—+3,4 %
Prognose GJ9/2026 — Betriebsergebnis (Mio. ¥)423—von Verlust zu Gewinn
Prognose GJ9/2026 — ordentliches Ergebnis (Mio. ¥)319—von Verlust zu Gewinn
Prognose GJ9/2026 — Periodenergebnis (Mio. ¥)−391—Verlust verringert
Prognose GJ9/2026 — Ergebnis je Aktie (¥)−5,23—n.a.
Jahresdividende je Aktie (¥)—0,00—

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